Dienstag, 7. Februar 2012

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23.02.2010
XML-Report: Aus dem Schatten treten

Daniel Koch

Mittlerweile dürfte es jeder mitbekommen haben: In Vancouver finden derzeit die olympischen Winterspiele statt. Und wie immer liegen Freud und Leid der Sportler und Zuschauer eng beieinander.  Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender übertragen unendlich viele Stunden live aus Kanada. Das nervt sicherlich manchen Zuschauer, andere freut es umso mehr. Gesendet werden alle möglichen Sportarten. Dazu gehören natürlich Klassiker wie Eishockey, Biathlon, Skispringen und Eiskunstlauf. Zu einem echten Fernseh-Publikumsmagneten mausert sich jedoch alle vier Jahre Curling, ein Sport der hierzulande ansonsten ein absolutes  Schattendasein fristet. Dieses Curling wirkt auf den ersten Blick wie eine abstruse Mischung aus Schach und Eiskegeln, bei denen Männer und Frauen mit einem Besen bewaffnet wie wild das Eis schrubben. Dennoch haben ARD und ZDF regelmäßig erstaunlich gute Einschaltquoten, wenn sie diesen Sport übertragen. Auch ich konnte mich am vergangenen Wochenende der Faszination Curling nicht entziehen. Und so saß ich bis tief in die Nacht und besah mir Norweger in wilden Hosen, die hierzulande wohl gerade mal noch als Karnevalskostüm durchgehen würden. Warum ich mir die halbe Nacht mit einem Sport um die Ohren geschlagen habe, an den ich mit Sicherheit bis zu den nächsten Olympischen Spielen keinen Gedanken mehr verschwenden werde, kann ich selbst nicht erklären. Vielleicht wollte ich ja einer Nischensportart eine Chance geben. Ein Nischendasein führte OpenOffice.org auch eine ganze Weile. Das hat sich mittlerweile aber grundlegend geändert. Denn OpenOffice.org 3 wurde über 100 Millionen Mal heruntergeladen. Mit der jetzt veröffentlichten Version 3.2 gibt es noch einmal einige interessante Verbesserungen.

OpenOffice.org 3.2

Nach einiger Verzögerung wurde nun endlich OpenOffice.org 3.2 veröffentlicht. Schuld am verspäteten Release sind einige notwendig gewordene Fehlerkorrekturen, die immer wieder neue Release Candidates erforderlich machten. Große Neuerungen bringt Version 3.2 zwar nicht mit, dennoch lohnt eine Aktualisierung. So lassen sich jetzt z.B. verschlüsselte Dokumente im XML-Format öffnen. Die meisten Verbesserungen gab es allerdings in der Diagrammkomponente. Hier kann man neuerdings nämlich auch so genannte Blasendiagramme anlegen, die nicht nur X- und Y-Koordinaten, sondern auch einen Wert für die Größe der Blase besitzen. Weitere Neuerungen sind das Vergrößern und Verkleinern von Datenbanken, die Möglichkeit zur Integration von Kommentaren in Draw und Impress sowie das Überprüfen von ODF-Dokumenten auf ihre Integrität. OpenOffice.org 3.2 kann kostenlos von der Projektseite http://de.openoffice.org/ heruntergeladen werden.

Auswahlfeld für Dateiformate in Office 2010

Der an ausgewählte Tester verteilte Release Candidate von Office 2010 enthält ein Auswahlfeld, in dem Anwender das gewünschte Standard-Dateiformat einstellen können. Voreingestellt sind darin für Word, Excel und PowerPoint OOXML und ODF. Das gewünschte Format lässt sich für jedes Programm einzeln bestimmen. Durch die Integration eines solchen Auswahlfeldes will Microsoft offensichtlich einer drohenden Kartelluntersuchung durch die Europäische Union entgehen. Das Auswahlfeld steht daher auch ausschließlich europäischen Kunden zur Verfügung.

Zweiter RC für ASP.NET MVC 2

Microsoft hat für die anstehende 2. Version von ASP.NET MVC einen zweiten Release Candidate veröffentlicht. Mit ASP.NET MVC stellt Microsoft eine Alternative zu der in ASP.NET Web Forms üblichen HTML-Abstraktion zur Verfügung. Durch ASP.NET MVC lassen sich Datenbank, User-Interface-Elemente und der XML-Code voneinander trennen. Heruntergeladen werden kann der zweite Release Candidate von der Microsoft-Webseite. Eine Zusammenfassung aller Neuerungen gibt es in Scott Guthries ASP.NET-Blog.

Opera Dragonfly

Von Opera wurden gleich mehrere Entwicklerwerkzeuge als Open Source veröffentlicht. Am interessantesten dürfte dabei sicherlich das Projekt Opera Dragonfly sein. Dieses Dragonfly will für den Opera-Browser das werden, was Firebug für den Firefox bereits jetzt ist: Eine Debug-Umgebung für JavaScript, CSS und das DOM. Dragonfly war von Anfang an als offenes Projekt ausgelegt und der Quellcode wurde auf den Opera-Servern gehostest. Neu ist nun allerdings, dass Dragonfly von Opera als offizielles Bitbucket-Projekt gehandhabt wird. Den auf Bitbucket veröffentlichten Code hat man vollständig überarbeitet. Neben Dragonfly wurden weitere Projekte Open Source veröffentlicht. Dazu zählt u.a. Dragonkeeper, ein Standalone-Proxy der STP (Scope Transport Protocol) in HTTP übersetzt. Zusätzlich gibt es mit Hob eine Anwendung, mit der sich Code aus Protokoll-Puffer-Beschreibungen erzeugen lässt. Ausführliche Informationen zu Dragonfly finden sie unter http://www.opera.com/dragonfly/documentation/.

CSS Styling Attributes Level 1

Den Last Call für den Arbeitsentwurf CSS Styling Attributes Level 1 hat die Cascading Style Sheets (CSS) Working Group veröffentlicht. Den Einsatz von Stil-Attributen kennen Sie aus Sprachen wie HTML und SVG. Dank dieser Stil-Attribute können Stylesheet-Eigenschaften an Elemente gebunden werden. Eine der am häufigsten eingesetzten Stylesheet-Sprachen ist zweifellos CSS. Im Arbeitsentwurf CSS Styling Attributes Level 1 beschreibt die Syntax des style-Attributs.

XML-Tool der Woche

Der Editor Bluefish ist in Version 2.0 erschienen. Die neue Version hat einige interessante Funktionen zu bieten. Vor allem im Bereich der unterstützten Sprachen weis Bluefish 2.0 zu überzeugen. So wird neben dem üblichen HTML nun z.B. auch XML, Ruby, PHP, JavaScript und SQL unterstützt. Für sämtliche dieser Sprachen gibt es Syntaxhervorhebung, Autovervollständigung und Inline-Referenzen. Interessant ist darüber hinaus die Möglichkeit, oft benötigte Codefragmente per Tastenkombination einzubinden. Unter http://bluefish.openoffice.nl/features.html sind noch einmal alle Funktionen, die Bluefish 2.0 zu bieten hat, aufgeführt. Herunterladen können Sie den Editor von der offiziellen Projektwebseite.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.









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