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16.02.2010

XML-Report: Von allem ein bisschen


Menschen haben ihre Rituale, so ist das nun mal. Besonders schön ist das beim allmorgendlichen Frühstück anzusehen. Die einen mögen es eher süß, während die anderen ohne einen kräftigen Biss ins Wurstbrötchen kaum lebensfähig sind. Und natürlich wird beim heimischen Frühstück strikt darauf geachtet, dass Lebensmittel, die nicht zusammen passen, auch nicht auf dem gleichen Teller landen. Ja selbst die Menge der Nahrung, die man beim Frühstück zu sich nimmt, ist normalerweise – aufgrund jahrelanger Erfahrung – wohldosiert. Nicht zu viel, aber eben auch nicht zu wenig. Warum sind diese selbstauferlegten Regeln, wenn man zum Sonntagsbrunch geht, eigentlich gänzlich außer Kraft gesetzt? Wieso entwickelt man da offensichtlich den Ehrgeiz, bei jedem Gang zum Buffet von jeder angebotenen Speise wenigstens einen kleinen Happen auf seinen Teller zu bugsieren? Okay, dass Frikadellen auf Lachsscheiben landen, kann passieren. Oftmals geht es aber deutlich über solche Standardmischungen hinaus. Und so bilden auf manchem Teller Fleisch- und Obstsalat eine merkwürdige Symbiose. Kommen dann auch noch die warmen Speisen – Kasseler oder Gulasch zum Beispiel – hinzu, ist der perfekte Sonntagsbrunchteller angerichtet. Damit es in Sachen AJAX nicht ebenfalls zu solchen Auswüchsen kommt, wurde die OpenAjax Alliance  gegründet. Dieser Zusammenschluss verschiedener Unternehmen und Organisationen will eine Standardisierung der AJAX-Technologie erreichen. In den vergangenen Monaten wurden einige neue Sprachstandards von der OpenAjax Alliance verabschiedet. Grund genug, einmal einen genaueren Blick auf die Arbeit dieses Standardisierungsgremiums zu werfen.

AJAX-Standardisierung

Es sieht so aus, als ob die Standardisierung von AJAX langsam Fahrt aufnimmt. Bestrebungen in diese Richtung gibt es bereits seit Längerem. Mittlerweile haben sich über 100 Unternehmen und Organisationen – zu denen u.a. Adobe, Google, IBM und Microsoft gehören – zur OpenAjax Alliance zusammengeschlossen. In den vergangenen Monaten wurden immer neue Empfehlungen und Sprachstandards veröffentlicht. Dazu gehört z.B. der Standard OpenAjax Metadata, auf dessen Basis sich Widgets und JavaScript-APIs beschreiben lassen. Durch OpenAjax Metadata soll sich vor allem die Integration von AJAX-Komponenten in IDEs komfortabler und einfacher gestalten. Interessant ist an OpenAjax Metadata vor allem auch die Möglichkeit zur Definition so genannter Mashable-Widgets. Diese können anderen Widgets mitteilen, wie sie eine Kommunikation realisieren können. Neben OpenAjax Metadata wurde auch OpenAjax Hub 2.0 freigegeben. Hierüber versucht man einen Standard für Mashups zu etablieren. Durch OpenAjax Hub wird eine Mashup-Runtime zur Verfügung gestellt, dank der Widgets verschiedener Hersteller Daten untereinander austauschen können.

Sicherheitsupdate für Adobe Flash

Flash-Applikationen dürfen normalerweise ausschließlich auf die Ressourcen des Servers zugreifen, von dem sie geladen wurden. Das ist eine wichtige Sicherheitsfunktion. Seite Version 7 des Flash-Frameworks sind jedoch so genannte Cross-Domain-Requests möglich. Dabei wird von der von der Flash-Applikation angeforderten Seite die Datei crossdomain.xml mitgeschickt. In dieser Datei steht explizit, von welchen Servern aus die entsprechenden Anforderungen gestellt werden dürfen, ohne dass es zu einer Sicherheitsabfrage kommt. Allerdings ist jüngst eine Sicherheitslücke bekanntgeworden, durch die manipulierte Flash-Applikationen auf Objekte anderer Webseiten zugreifen können. Adobe hat – um die Sicherheitslücke zu schließen – die Sicherheits-Updates 10.0.45.2 für den Flash-Player und 1.5.3.1930 für AIR veröffentlicht.

Firefox 3.7 Alpha

Von der kommenden Version 3.7 des Firefox wird eine so genannte Pre-Alpha zum Download angeboten.  Auch wenn diese Version ausschließlich Testzwecken dient, wird deutlich, welche Fortschritte der neue Browser gemacht hat. Denn Firefox 3.7 – der übrigens auf der Gecko-Version 1.9.3 basiert – unterstützt zahlreiche zusätzliche Sprachstandards. Dazu gehören SMIL, SVG, WebGL, CSS-Transitions und HTML5. Interessant dürfte die neue Firefox-Version vor allem für Entwickler sein, die neue Möglichkeiten austesten wollen. Auf Produktivumgebungen sollte Firefox 3.7 hingegen nicht eingesetzt werden.

BASTA! Spring 2010

Nur noch wenige Tage sind es bis zur diesjährigen BASTA! Spring. Veranstaltungsort ist vom 22. bis zum 26. Februar 2010 das Maritim Rhein-Main Hotel in Darmstadt. Die Themenpalette reicht von Silverlight 3.0 über Windows 7 bis hin zu Visual Studio 2010. Das ausführliche Programm finden Sie auf der offiziellen BASTA!-Webseite. Dort ist dann auch gleich eine Anmeldung zur Veranstaltung möglich.

Norwegen gegen OOXML

Wie kürzlich berichtet, hat sich Dänemark offiziell für den Einsatz von ODF, also gegen Microsofts OOXML, in seiner Verwaltung entschieden. Einen ähnlichen Weg scheint nun auch die norwegische Regierung einzuschlagen. Denn die dortige Agentur für Verwaltung und ITK (Direktoratet for forvaltning og IKT) kam in einer Studie zu dem Schluss, dass OOXML für die öffentliche Verwaltung Norwegens ungeeignet sei. Zwei Hauptgründe werden in der Studie angeführt, die gegen einen OOXML-Einsatz sprechen: Zunächst einmal sei der Umfang der Standardisierungsdokumente mit 6000 Seiten zu groß. Schwerer dürfte aber wohl wiegen, dass man zu dem Schluss gekommen ist, OOXML eigne sich nicht für die gemeinsame Arbeit an einem Dokument, da es bislang nur eine Software gibt, die OOXML schreiben kann.

XML-Tool der Woche

Im Rahmen des XML-Reports wurde bereits schon einmal der SQL-Dialekt PublicSQL vorgestellt. Dieses PublicSQL ist eine SQL-Variante für JavaScript, durch deren Befehle sich vorhandene Datenbanktabellen direkt abfragen lassen. Die Tabellen müssen dabei im Portable Table Format vorliegen. Dieses PTF orientiert sich an der Syntax von CVS. Prinzipiell lassen sich PTF-Dateien mit jedem Texteditor erstellen. Deutlich komfortabler stellt sich die Sache allerdings mit dem PTF Editor dar, der jetzt in Version 1.0 erschienen ist. Mit diesem Tool lassen sich PTF-Dateien anlegen, bearbeiten und umstrukturieren. Der PTF Editor ist Freeware und kann von der Seite http://www.publicsql.org/download.htm heruntergeladen werden.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.




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