Im Laufe der Jahre hat sicherlich jeder seine eigenen Methoden entwickelt, wie er oder sie an die Lösung komplexer Aufgabenstellungen herangeht bzw. neue Kenntnisse sich aneignet. Vielleicht hat der eine oder andere sich aber auch schon mal gefragt, ob dieser Weg wirklich der Optimale ist und ob man seine Methoden nicht verbessern kann. Wenn man die Eigenschaften des Gehirns besser kennen würde und wissen würde wie es "tickt", könnte man dadurch schnellere und bessere Ergebnisse erzielen, weil man sich das Leben mit einfachen Mitteln erleichtert hat. Wer sich schon mal mit dieser Frage befasst hat, findet in diesem Buch einen idealen Ratgeber. Als Beispiel wird zwar immer wieder der Prozess der Softwareentwicklung verwendet, aber die Aussagen lassen sich auch auf alle anderen Bereiche des Lebens übertragen. Insgesamt vermittelt der Autor im Buch 48 Tipps, die auch auf einer Karte zusammengefasst dem Buch beiliegen und die als ständiger Begleiter verwendet werden kann.
Beginnend mit dem sog. Dreyfus-Modell werden die Unterschiede zwischen Anfänger, Experten und den dazwischen liegenden Ausprägungen erläutert und welche Ansprüche jede dieser Stufen für erfolgreiches Arbeiten hat. Es folgen Kapitel über das Gehirn und seine beiden Modi, wie man sie optimal einsetzt, den Verstand und wie man ihn debugt, sowie bewusstes Lernen, das Sammeln von Erfahrungen und das Lenken des Fokus. Beim Lesen des Buches ertappt man sich häufig dabei, dass einem manches schon bekannt vorkommt, weil man es schon selbst erlebt hat. Nun wird es in das Bewusstsein gerückt, Zusammenhänge werden aufgezeigt und man erfährt, wie man damit idealerweise umgeht, um seine eigene Leistungsfähigkeit zu verbessern und den Status eines Experten zu erlangen. Der eigentlich ziemlich komplexe Stoff wird anhand zahlreicher Beispiele und Vergleiche, die sich auch auf andere Themen übertragen lassen, leicht verständlich. Ein ungewöhnliches Buch von dessen Sogwirkung man sich aber gerne mitziehen lässt.



